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Die Geschichte des Inders, der auf seinem Fahrrad schlief

Es war einmal ein Inder, der lag auf seinem Fahrrad und schlief. Von was er träumte, ist nicht überliefert. Man weiß nur, dass er dabei gestört wurde. Und dass er mit Unverständnis darauf reagierte. Ein Tourist aus Europa rüttelte ihn wach. Warum er denn schliefe? Mitten im Berufsverkehr. Warum er sich denn keinen Kunden schnappe? Schließlich liefen doch überall potentielle Mitfahrer herum. Selbst hätte man gerne eine Fahrt bis ans Ende der Straße gebucht. Nicht weil man ans Ende der Straße unbedingt müsse. Nur aus Mitgefühl hätte man gehandelt. Einen ganz ärmlichen Eindruck würde er nämlich machen, so dünn und zerlumpt. Dem ganzen Land gehe es da nicht anders, da müsse man einfach mal die Ärmel hochkrempeln, sofern man welche hätte. In der Arbeit, da liege das Wohl begraben. Was denn genau eigentlich das Anliegen sei, wollte der Inder wissen. Einen Rat hätte man ihm erteilen wollen, lautete die Antwort. Was denn genau der Rat sei, fragte der Inder. Ein guter Rat, das wäre er! Schließlich verdiente er gutes Geld, führe er sie ans Ende der Straße. Besten Dank, aber er selbst hätte für heute genug verdient, sagte der Inder. Das sei ja nun doch kein richtiger Grund, bekam er zur Antwort. Das Geld werde ja nicht schlecht, morgen hätte er es immer noch. Was ihm das Geld denn nütze, wenn er es nicht ausgäbe? Der Inder war zugegebenermaßen irritiert. Sparen solle er es! Dann könne er sich vielleicht ein weiteres Fahrrad leisten. Darauf könnte er einen anderen Inder setzen, der fortan noch mehr Geld verdient. Was er denn mit noch mehr Geld wolle, bat der Inder zu erklären. Die Möglichkeiten nutzen! Das läge doch auf der Hand. Mit ein wenig Geschäftssinn könne er es weit bringen. Ein ganzes Fahrradimperium könne er sich erschaffen! Was genau der Sinn hinter dem Imperium wäre, traute sich der Inder noch zu erfahren. Ein Imperium, hieß es, das arbeite von alleine. Da könne er dann endlich auch mal mittags schlafen.